Inhalt von ANR-Organisation:
Präsidium
Mitglieder
Jugend
Brauchtumsausschuß
Medienausschuß
Ordenskapitel
Narrenbüttel	
Inhalt von Wissenswertes:
Narrenbuch
GEMA
Links	
Inhalt von Presse-Echo:
Zeitungsartikel
Pressemappe
aktuelle Anzeige: ALLGEMEINES -> MITGLIEDER -> VEREINSDETAILS

Narrenzunft Vogter Heufresser e.V. Vogt

Ansprechpartner:
Sven Stimmler
Birkenallee 7, Alttann
88364 Wolfegg

Narrenruf: Heu- - Her
weitere Infos: www.nz-vogter-heufresser.de

Die Geschichte

Blick in die Vergangenheit

Eine Straßenfasnet gab es bis 1936 in Vogt nicht, lediglich wurden von verschiedenen Vereinen Bälle veranstaltet, teilweise auch Theaterstücke aufgeführt.

Erstmals zogen 1936 am Gumpigen Donnerstag ein paar junge Männer mit einem Bären aus Stroh durchs Dorf und führten den Bärentanz auf. Das gesammelte Geld wurde dann gemeinsam in einer Gaststätte auf den Kopf gehauen.  Den ersten Fasnetsumzug organisierte im Jahre 1939 die Vogter Urgestalt Martin Sonntag.

Dabei wählten die umliegenden Weiler verschiedene Mottos. Die aus Heissen gingen als Indianer, die aus Moser und Boschen waren Neger und die Frauen der Schützengilde hatten sich als Schützenscheiben verkleidet. Damals nahm man sich fest vor alle 10 Jahre einen Fasnetsumzug auf die Beine zu stellen. Aber der bald darauf beginnende Krieg ließ jeden Gedanken an ein närrisches treiben vergessen. Vier Jahre nach Kriegsende, 1949, rief der damalige Bürgermeister Anton Wucher die Bevölkerung auf, wieder einen Fasnetsumzug zu veranstalten.

Es wurde ein Elferrat gegründet, ein Prinzenpaar gewählt und wieder beteiligten sich die Weiler, diesmal mit Festwagen, am Umzug. So kam Grund mit der Schwäbischen Eisenbahn, Heissen hatte einen Zigeunerwagen gestaltet , die Ziegelei Vogel gar eine Altweibermühle, und ein Bulle (Ochse) mit dem Schild Vogter Heufresserer wurde mitgeführt. Tanzmariechen und verschiedene Folkloregruppen nahmen ebenfalls am Umzug teil. Es herrschte nach Augenzeugenberichten eine tolle Stimmung im ganzen Dorf.

Und bei eben dieser Fasnet bekam Vogt seinen Übernamen, Vogt, das sündige Dorf, denn die Fasnet wurde im Gasthof Adler gleich drei oder vier Tage gefeiert. Alles was im Ländle Rang und Namen hatte, von Tübingen bis Ravensburg, traf sich damals im Adler. Es wurde schwarz- geschlachtet und die Offiziere der französischen Besatzungsmacht steuerten Wein und sonstige alkoholische Getränke bei. Täglich wurden 120 bis 150 Autos gezählt und sogar ein Parkwächter mußte deswegen angestellt werden. Doch dann verlief  das fasnächtliche Treiben im Sande und erst 1962 rafften sich die Vogter wieder zu einem Umzug auf.

Wieder wurden Umzugswagen gestaltet. Das Schiff Santa Maria, oder ein Tierschauwagen, voll mit ausgestopften Tieren. Ein als Zebra angemalter Schimmel hätte ihn ziehen sollen. Doch die Flutkatastrophe in Hamburg machte einen Strich durch die Rechnung. Die Fasnet wurde in Vogt von Bürgermeister Anton Wucher verboten. Erbost über dieses Verbot nahmen dann die Vogter am Fasnetsmontag beim Umzug in Wangen teil (Wangen ist halt ein paar Kilometer weiter von Hamburg entfernt und deshalb gab es dort kein Verbot?!)

Ein närrisches Potential war also durchaus schon in Vogt vorhanden, es fehlte nur der letzte Kick um eine Narrenzunft zu gründen.

Heufresser

Heufresser
Bereits zur Fasnet 1981 stellte der spätere Gründungszunftmeister, Günther Göhring, den ersten Heufresser vor. Maske und Häs des Heufressers wurden in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Zunftmeister der Ravensburger Schwarze Veri Zunft, Herrn Otto Lutz, entworfen.
Man entschied sich für ein Menschengesicht mit großen hungrigen Augen und übergroßem Mund, dessen herrausragende Zunge genüßlich die wulstigen Lippen leckt. 
Ein einfacher brauner Filzhut mit Heu- und Kornblumen verziert wird als Kopfbedeckung getragen. In den Jahren 1982 - 1985 trug der Heufresser zwischen Hut und Maske ein helles Leinentuch, das mit einem Klettband am Maskenrand befestigt war. Der Kittel des Heufresser in Leinenstruktur ist bewußt schlicht gehalten. Dazu trägt der Heufresser grüne Hosen und schwarze Schaftstiefel. 
Vor dem Bauch einen Futtersack aus Rupfen, der mit kleinen Schellen bestückt ist, gefüllt mit Heu und Bonbons. In der Hand hält der Heufresser eine Geisel, wie sie in unserem Raum noch heute in Gebrauch ist.
Zur Fasnet 1986 wurde das Leinentuch an der Maske durch eine Perücke aus echtem Büffelhaar ersetzt. Ebenso wurden die einfachen Leinenkittel rundum mit bunten Heublumen bestickt.

Höfener Kuh

Höfener Kuh

Die Höfener Kuh wurde ebenfalls, wie der Heufresser, in der Fasnet 1981 vorgestellt und nahm hier erstmals am Umzug teil.                             

Die Überraschung war damals groß, als Christof Stimpfl am gleichen Tag die Höfener Kuh vorstellte,                                                                        

die der Figur aus der Sage entsprechen könnte.

Ein großer Kuhkopf mit schnappendem Maul, großen Hörnern, zwinkernden Augen und beweglichen Ohren,                                                               

der mit einem Schultergurt über dem Kopf getragen wird. Der Körper des Trägers wird dabei mit einem Rupfensack                                          

verdeckt.

Unter dem Rupfensack trägt die Höfener Kuh den gleichen Leinenkittel wie der Heufresser,                                                                                             

grüne Hosen und schwarze Schaftstiefel.

Die Höfener Kuh wird von seinem Träger bzw. vom Gruppenleiter dieser Maskengruppe in Eigenproduktion hergestellt.                                      

Die Möglichkeit, seine Maske selbst kreativ zu gestalten, spiegelt sich im bunten und abwechlslungsreichen Bild dieser Gruppe.

Wenn die, auf Grund ihrer überragenden Größe, schon weithin sichtbare Höfener Kuh mit klapperndem Maul                                                          

die Straße entlang fegt und mit wackelnden Ohren plötzlich aus dem Maul Wasser verspritzt, kann sie sich der begeisterten                           

Reaktion der Zuschauer sicher sein.

 

IM000758

Störweib

Störweib

Seit der Fasnet 1997 ist die Zunft um eine dritte Gruppe bereichert worden, dem Vogter Störweib.

Mit dieser Maskengruppe wird an die alte Tradition der Störleute angeknüpft.

Das Störweib erinnert an die "Flicknähere", eine ärmliche Frau, die sich ihren Lebensunterhalt mit nähen und flicken verdiente.

Sie ging jeden Tag auf die Stör und hatte sich in einem Bauernhof viel Flickwäsche angesammelt, so wurde sie von der Bäuerin

zur Arbeit bestellt. Zu ihrem geringen Lohn wurden ihr oft noch Lebensmittel geschenkt, die sie in ihrem Korb nach Hause trug.

Die Maske des Störweibes stellt ein freundliches, offenes Gesicht eines altfordernden Weibes dar.

Jede Maske hat eine individuelle Ausprägung. Bekleidet ist das Störweib mit einem dunkelgrünen, einfachen Stoffkleid

und einer dunkelgrauen Jacke. Dazu werden naturfarbene Strümpfe, schwarze halbhohe Schuhe, ein Kopftuch

und eine Schürze getragen.

Ein Korb oder Handwerkszeug vervollständigen die Maske.

IM000746

Zunftrat

Zunftrat

Das Zunftratshäs wurde Ende 1990 bis Anfang 1991 unter dem damaligen Zunftmeister, Michael Magdalenc,

für die 11 Zunfträte entworfen und gestaltet. In der Fasnet 1992 traten die Zunfträte erstmals in diesem Häs in Erscheinung.

Das Zunftratshäs wurde nach einer Originalvorlage der Tracht des Bauernobmanns, wie sie Mitte des 19. Jahrhunderts

bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Vogt getragen wurde, entworfen. In enger Zusammenarbeit mit dem damaligen

Brauchtumer des ANR, Herrn Herbert Mayer, wurde dem Zunftratshäs der letzte Schliff gegeben.

Die Farben der Weste, wie auch des Rockes (Jacke) und des Einstecktuches wurden vom Original übernommen.

Die rote Weste ist mit 18 Bollenknöpfen bestückt. Für die Jacke wurde ein dunkelblauer fester Tuchstoff verwendet,

sie ist mit 2 Reihen je 11 gehämmerten Schildknöpfen besetzt. Die Anzahl der Knöpfe wies zur damaligen Zeit auf

das große Ansehen des Trägers hin. Die Jacke wird offen getragen, ist also nicht zuknöpfbar. Der Schnitt von Weste

und Jacke ist bewußt sehr eng gehalten.

Unter der Weste trägt der Zunftrat ein weißes Hemd mit grünem Einstecktuch.

Als Kopfbedeckung wird eine schwarze Speckkappe mit Quaste getragen. Die grünen Hosen und die schwarzen Stiefel

entsprechen dem Häs des Heufressers. Zunfträte, die nach insgesamt 9 Jahren Amtszeit und mehr aus dem Zunftrat

ausscheiden, werden zu Altzunfträten ernannt und erhalten die schwarze Speckkappe mit schwarz/gelber Quaste.

Das Zunftratshäs ist Eigentum der Zunft und muß beim Ausscheiden aus dem Zunftrat an die Zunft zurückgegeben werden.

Zu Altzunfträten wurden bisher ernannt: Michael Magdalenc, Elsa Ibele, Kurt Lawetzki, Silvia Ruepp, Marianne Behrends

und Thomas Binzer, Erich Hoffmann, Peter Hartmann, Rolf Stober.

IM000751