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Narrenzunft Ulm e.V. Ulm

Ansprechpartner:
Gerhard Wies
Postfach 3973
89029 Ulm

Narrenruf: Zong - raus
weitere Infos: www.narrenzunft-ulm.de

Aktuelles und Geschichte der Zunft

Aktuelles und Geschichte der Zunft

 

 








 






Geschichte der Zunft
Die ehemals eigenständigen Vereine "Ulmer Butzaraule e.V." und "Ulmer Holl Hexa e.V." sowie die Abteilung "D´r Sevelinger Bauza" der TSG Söflingen gründeten am 05. Januar 1992 im Beisein von 86 Mitgliedern die Narrenzunft Ulm e.V.. Zum Zusammenschluss kam es, weil die Interessengemeinschaft der "Ulmer Narrenzünfte" bestehend aus Ulmer Butzaraule e.V., Ulmer Holl Hexa e.V., Ulmer Hagl Hex e.V. und D´r Sevelinger Bauza, einen Antrag zur Aufnahme im Alemannischen Narrenring stellten. Seitens des Verbandes konnte dem Antrag nur durch eine Fusion zu einem Verein entsprochen werden. So erlangte die Narrenzunft Ulm nach drei Jahren als Gastzunft am 16. Oktober 1993 die Vollmitgliedschaft im Alemannischen Narrenring.

 

 

Zwischenzeitlich besteht die Zunft aus sechs Maskengruppen und rund 500 Mitgliedern.

 

 

 

Zunftgruppe Butzaraule

Zunftgruppe Butzaraule

Der in der Oberamtsbeschreibung der Stadt Ulm vom Jahre 1887 erwähnte Butzaraule ist eine Schreckensfigur aus dem Donauried. Er lockte mit seinem Schellenstab Kinder und junge Mädchen in die Gumpen, um sie zu seinesgleichen zu verwandeln.

Die Butzabell, ein liebes Kräuterweib aus dem Donauried, wusste um die Boshaftigkeit des Butzaraule und warnte die Kinder davor, bei Einbruch der Dunkelheit ins Donauried zu gehen.

Zunftgruppe Sevelinger Bauza

Zunftgruppe Sevelinger Bauza

Mit der Errichtung des Klosters Söflingen kamen auch Tagelöhner, die alle anfälligen Arbeiten verrichten. So halfen sie z. B. den Bauern, dem Müller, dem Förster und den Fischern, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Das Häs erinnert an die verschiedenen ausgeübten Berufe.

Zunftgruppe GaugaMa

Zunftgruppe GaugaMa

Alte Söflinger Sagen erzählen, dass sich die Bewohner vor einer Gestalt fürchteten, die in den Gaugen, den Niederungen des Flüsschen Blau bei Mondschein Kinder und schmächtige Leut ins Wasser lockte.

Daher kam auch der bekannte Spruch: "Gang net näh ans Wasser na, sonscht holt di dr´GaugaMa".

Zunftgruppe Holl Hexa

Zunftgruppe Holl Hexa

Der Ulmerin Maria Holl wurde 1593 in Nördlingen der Hexenprozess gemacht. Sie überstand 56 Folterungen und Verhöre ohne zu gestehen und ohne jemanden zu belasten. 1594 wurde sie auf Drängen des Ulmer Rates wieder freigelassen. Maria Holl wird so dargestellt wie man sie gerne gesehen hätte, nämlich als Hexe.

Zunftgruppe Schemen Deifl

Zunftgruppe Schemen Deifl

Der Ulmer Schemen Deifl wurde in Anlehnung an die in der Ulmer Rosengasse gefundene älteste, bisher bekannte Maske aus dem Mittelalter - vermutlich aus der Zeit 1470 und 1500 - erstellt. Die Maske ist als Teufelsmaske anzusehen, da sie die typischen apokalyptischen Kennzeichen aufweist: Mäler an Wangen, Kinn und Stirn.

Zunftgruppe Ulmer Hansele

Zunftgruppe Ulmer Hansele

Das Ulmer Hansele ist der reichsstädtische Urnarr aus der Ulmer Fasnetsgeschichte. Gleichzeitig war er Bestandteil des Ulmer Fischerstechens, das ursprünglich ein spätmittelalterlicher Fasnachtsbrauch war. Das "Hansele vom Fischerstechen" trägt eine Art Harlekinstracht, schon 1790 vom Chronisten Hausleutner beschrieben: "Die Narren haben eine Art von Harlekinstracht an, einen Fuchsschwanz an der Mütze und hinten an den Beinkleidern. Sie machen sich einen Bart und schwärzen sich wohl die Wangen und andere Teile des Gesichtes.“

 

Einzelfigur Spatzameez

Einzelfigur Spatzameez

In Ulm war das Amt des Ausschellers seit dem Mittelalter in der Familie Murr. Dies wurde auch intern weitergegeben. Da es üblich war, Amtsbezeichnungen auf den Familiennamen zu übertragen, sprach man in Ulm über Jahrhunderte nicht vom Ausscheller, sondern vom „Murr“. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts hat der letzte Murr die Aufgabe an Kaspar Rau übertragen.  

Kaspar Rau war von Hauptberuf Weber, seine Geburtsdaten sind nicht überliefert. Seinen Spitznamen „Spatzameez“ hat er nicht, wie man für einen Ulmer meinen könnte, vom Ulmer Spatz, sondern von den schwäbischen Teigwaren. Seine Leibspeise war „Spatza-gschmeez“, der Bodensatz vom mehrmals benutzten Kochwasser der Spätzla. Mit Gemüse war es als Suppe damals ein billiges Essen. 

Rau hatte eine possierliche Figur, einen guten Appetit und vor allem einen Sprachfehler. Er konnte seine Leibspeise nicht richtig aussprechen, daher der Spitzname. Er war eine angesehene Amts- und Respektsperson, wurde aber auch wegen seinem Sprachfehler von den Straßenbuben gehänselt und musste sich den überlieferten Spottvers gefallen lassen: „ … Ond wenn er recht gschellet hat, ond ra gschria vom Boga, noa schreiet se: Spatzameez! S´ischt älles verloga!“ 

Der Spitzname wurde wiederrum zur Amtsbezeichnung: sein Nachfolger Konrad Wacker (1790 – 26.09.1860), Beruf Weber, wurde zu Unrecht auch so genannt, obwohl er größer und schlanker war, und keinen Sprachfehler hatte. 

Der Spatzameez gehört zu den Ulmer Stadtoriginalen, und ist zusammen mit dem Kuhberg-Michel und dem Schneider von Ulm auf dem „Teichmann-Brunnen“ von 1910, der in der Neuen Straße/Sattlergasse zwischen dem weißen Gebäude der Sparkasse Ulm und der Baden-Württembergischen Bank steht, verewigt. 

Ebenfalls war er zusammen mit Ulmer Spatz, Ulmer Schachtel, dem Schneider vom Ulm und der Ulmer Silhouette der Titelkopf der Ulmer Bilder-Chronik, welche in den 1930er Jahren erschien. Die Ulmer Münster-Brauerei brachte in den 80er eine Bierdeckel-Serie mit den Ulmer Originalen heraus und beim Ulmer Fischerstechen ist der Spatzameez auch dabei.

Vielerorts gab es Amts- bzw. Gerichtsdiener, welche gleichzeitig Polizeigewalten bzgl. Sperrstunde oder ähnliches hatten, aber auch Neuigkeiten ausschellten. Daher ist in der Fasnetslandschaft der Büttel meist in Uniform. Ulm war im Mittelalter schon so groß, dass es für die Aufgaben separate Personen gab. Unsere Ausscheller hatten keine Polizeigewalten, weshalb der Ulmer „Büttel“ somit ein bürgerliches Häs und keine Uniform trägt. „Büttel“ ist ein üblicher Oberbegriff, die Narrenzunft Ulm redet jedoch von ihrem Ausscheller oder vom Spatzameez. 

Die Narrenfigur Spatzameez ist dem Original sehr authentisch nachempfunden. So trägt er, wie bildlich überliefert, die damalige Biedermeier-Mode der gehobenen Mittelschicht: schwarzer Gehrock, schwarz-grau gestreifte Hose mit hohem Bund, Weste mit rotem Grundton, weißes Hemd mit Stehkragen, Querbinder (Plastron), graue Handschuhe, schwarzer Zylinder und natürlich seine Schelle. Und wenn er möchte, darf er mit Gehstock oder Schirm auf die Straße. Dem Spatzameez wurde als Narrenattribut ein Hutband mit den Ulmer Farben schwarz/weiß und der Farbe vom Plastron gegeben.