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Narrenzunft Nibelgau e.V. Leutkirch

Ansprechpartner:
Thomas Blum
An der Rauns 4
88299 Leutkirch

Narrenruf: 3xHoorig-Hoorig - - isch dia Katz
weitere Infos: www.nz-nibelgau.de

Entstehung der Narrenzunft Nibelgau e.V.

Entstehung der Narrenzunft Nibelgau e.V. Entstehung der Narrenzunft Nibelgau e.V.
Leutkirch im Allgäu


Am 7. Januar 1956 trat die Narrenzunft Nibelgau erstmals mit Prinzenpaar, Prinzengarde und dem neuen Elferrat in Erscheinung. Noch im Gründungsjahr schlossen sich Stadthexen und Katzen an, beide Gruppen wurden im Jahr 1953 gegründet. Nach und nach wurden die einzelnen, "wilden" Gruppierungen Mitglied in der Zunft. Die Grünen Hexen schlossen sich 1964 und die Bajazzos 1968 der Narrenzunft an, die Schachenmännle wurden im Jahre 1982 und die Weberknechte wurden im Jahre 1994 aus der Narrenzunft gegründet. Die Leutkircher Schalmeien, die Jung Elfer und die Kunkelgruppe gibt es als aktive Gruppe nicht mehr. Das Präsidium trägt überwiegend das Häs der Kunkelgruppe.


Historie

Historie Aufzeichnungen über die historische Leutkircher Fasnacht reichen zurück bis ins Jahr 1362. In der Verordnung aus diesem Jahr wurde das Fasnetstreiben eingeschränkt. Immer wieder ist in solchen Verordnungen von Einschränkungen oder gar Verboten zu lesen. Diese jedoch belegen, dass sich die Bevölkerung schon seit Jahrhunderten in der Fasnetszeit ihrer alten Bräuche befleißigte.

Im Leutkircher Wochenblatt von 1840 sind mehrere Einladungen zu Maskenbällen und auch einem Bürgerball zu finden. Bereits 1878 wurde zur Fasnetszeit eine eigene Narrenzeitung herausgegeben, die „Leutkircher Stadtbrille“. Das war das „Offizielle Organ seiner närrischen Hoheit des Prinzen Karneval“. Aus dem Jahr 1903 existiert noch eine handgeschriebene Proklamation des damaligen Fasnachtsprinzen. Und es gibt noch ein Leutkircher Narrenblättle, das von 1938 stammt. All diese Aktivitäten spielten sich zur Fasnetszeit in den Häusern, auf den Strassen und in den Sälen ab. Sie standen unter keinerlei närrischer Führung, sondern es bildeten sich jedes Jahr einzelne Gruppen, die sich allerhand Unfug einfallen ließen und Närrisches ausheckten. Dabei rivalisierten beispielsweise die Gruppen der „Oberstadt“ und der „Unterstadt“ miteinander. Nicht selten waren sie gegenseitig Opfer und Ziel des Schabernacks. Umzüge wurden veranstaltet, die sich aus einer Vielfalt von Masken und Kostümen zusammen setzten.
Mit der Zeit wurden die Bälle zu regelrechten Höhepunkten der närrischen Saison, wie die Unterlagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewiesen. Zu den bevorzugten Bällen zählte der Sportler- oder Turnerball, später der Bürgerball.

Die ersten Anfänge der organisierten Fasnet entstanden 1939, als eine Narrenzunft mit Prinzenpaar und Prinzengarde gegründet wurde. Der im selben Jahr ausbrechende Weltkrieg ließ die neugegründete Narrenzunft aber rasch wieder untergehen, die Menschen hatten anderes im Sinn. Erst einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges formiert sich die Fasnet in Leutkirch neu.

Anlässlich eines Besuches bei einem Fasnetsumzug in Aulendorf entstand 1953 die Idee zur Gründung einer Hexengruppe, deren Masken anfangs noch aus Gips waren. Diese Gruppe fand großen Anklang und sie wuchs stetig. Erst nach der Entstehung der Grünen Hexen benannte man diese Hexen in Stadthexen um. Auch eine Katzengruppe entstand in diesem Jahr. Man veranstaltete Bälle und Umzüge und stellte 1955 wieder ein Prinzenpaar auf.

Am 7. Januar 1956 schlossen sich die verschiedenen bestehenden Gruppen zur Narrenzunft Nibelgau Leutkirch zusammen. Als Zunftsymbol und –Maske wurde die Katze übernommen. Der Narrenruf „Hoorig, hoorig isch die Katz`“ entstand nach den Recherchen des Stadtarchivars Emil Vogler übrigens aus der Ableitung eines in der Pfullendorfer Gegend üblichen Rufes „Hoorig isch der Bär“. Mitgebracht hatte ihn ein Schreinergeselle vor über 100 Jahren, der in Leutkirch in einer Schreinerei gearbeitet hatte. Damit ist dieser Narrenruf eine
Anleihe von der alemannischen Fasnacht. Die Katze war damit eine der ersten Masken der heutigen Leutkircher Fasnet. Sie kommt in der Art des gestiefelten Katers mit edlem Häs und Halskrause daher, wie das ganze Erscheinungsbild von den schwarzen Stiefeln bis zu den Handschuhen das „Vornehme“ symbolisiert.

Neben Prinzenpaar und Prinzengarde stellte man auch einen Elferrat auf, dessen Aufgaben einige Jahre später der Zunftrat übernahm, dem das Präsidium vorsteht.

Gruppen der Narrenzunft

Die Grünen Hexen entstanden 1960 aus der Initiative einer Schulklasse, die gemeinsam am närrischen Treiben der Stadt teilnehmen wollten. Sie entwarfen eine eigene Maske, die am Anfang noch aus Papier und Leim hergestellt wurde. Erst im Laufe der Jahre, als die Gruppe fortbestand, wurden die Papiermasken durch die heutigen Holzmasken ersetzt. Wie der Name schon sagt, sticht die grüne Hexe vor allem durch ihr „dämonisches“ grünes Häs heraus.

Danach folgten 1963 die Jungelfer als Partnergruppe für die Prinzengarde. Die Idee zu einer weiteren Figur, dem Bajazzo, entstand an einem Stammtisch. Er trat erstmals 1965 in Erscheinung. In diesem Kostüm findet man sowohl Anklänge an den venezianischen „Karnevale“, aber auch ein Element der heimischen Fasnet gehört dazu, die Saubloter. Dieser Bajazzo trägt keine Maske, sondern ist als eine der ganz wenigen Figuren weiß geschminkt.

Die Idee zu einer weiteren Figur, dem Bajazzo, entstand an einem Stammtisch. Er trat erstmals 1965 in Erscheinung. In diesem Kostüm findet man sowohl Anklänge an den venezianischen „Karnevale“, aber auch ein Element der heimischen Fasnet gehört dazu, die Saubloter. Dieser Bajazzo trägt keine Maske, sondern ist als eine der ganz wenigen Figuren weiß geschminkt.

Das Kostüm der 1973 gegründeten Schalmeiengruppe entspricht dem des Bajazzo.

Das Häs der Kunkelgruppe von 1971 ist eine Wiederbelebung der in der Landschaft Nibelgau im 17. und 18. Jahrhundert heimischen Bürgertracht. Die „Kunkel“ ist der Spinnrocken. Mit ihr gingen die Spinnerinnen ins Kunkelhaus, zu dem die Burschen Zutritt nahmen. Hier wurde allerlei getratscht, gesungen und auch Spaß gemacht, so
dass insbesondere für das „ledige Kunkelhaus“ der Aufenthalt von der Obrigkeit bis neuen Uhr abends begrenzt wurde. Heute wird das Kunkelhäs nur noch vom Zunftrat getragen, die Gruppe selbst existiert nicht mehr.

Eine weitere Figur der Leutkircher Fasnet ist das 1982 geschaffene Schachenmännle. Dieses geht auf eine Sage zurück, die sich vor mehr als 100 Jahren abgespielt haben soll. Damals gab es etwa eine halbe Wegstunde unterhalb von Leutkirch unweit von Reichenhofen auf der Leutkircher Haid einen großen Wald, den man Haidschachen nannte. In diesem Wald geisterte, so sagt man, ein kleines altmodisch gekleidetes Männlein umher. Besonders abends, nach dem Betläuten, sah man es oft, und man nannte es bald Schachenmännle. Kam dann ein Gefährt oder ein Reiter nachts des Weges, so machte sich zunächst vom weitem ein kleines Lichtleich bemerkbar. Wenn man diesem dann näher kam, tauchte plötzlich das Schachenmännle auf und setzte sich auf den Wagen oder das Roß. Dieses erschrak und ging dann meist durch. Das soll so häufig vorgekommen sein, dass in Reichenhofen seinerzeit kaum ein Fuhrmann gewesen sei, der das unheimliche Männle nicht gesehen habe. Seit der Abholzung des Waldes hat man aber von dem Männle nie wieder etwas gehört oder gesehen.

Die jüngste Maske der Narrenzunft Nibelgau ist der Weberknecht. Die Idee zu diesem Häs entstand im Rahmen des Zunftmeisterempfangs 1993 in Scheidegg. Dieser Weberknecht ist einem jungen Mann nachempfunden, der im 16. Jahrhundert in Leutkirch gelebt hat. Zu dieser Zeit war die Zunft der Weber die größte im Ort, von rund 2000 Einwohnern waren zeitweilig 200 Weber. Zu dieser Gemeinschaft kam von außerhalb ein junger Mann, der als Knecht in die Zunft aufgenommen wurde. Seine Aufgabe war es, die fertigen Leinen und sonstigen Materialien zwischen den Werkstätten zu transportieren. Mit der Schelle machte er schon von weitem auf sich aufmerksam. Mit seiner fröhlichen und sonnigen Art war er bald so beliebt, dass er dafür von der Weberzunft sogar ein holzgeschnitztes Flachsmesser erhielt, das er stolz mit sich trug. Mit der Figur des Weberknechts soll dessen Frohsinn und Heiterkeit während der Fasnet verbreitet werden.