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Narrenzunft Kluftern e.V. Kluftern

Ansprechpartner:
Andreas Lamm
Bergheim 24
88677 Markdorf

Narrenruf: Göhrelöchner - - Hopp Hopp
weitere Infos: www.nz-kluftern.de

Allgemeines

Allgemeines Der "Verein zur Pflege und Erhaltung des Brauchtums e.V. Narrenzunft Kluftern" wurde 1971 im Gasthaus Schober gegründet.
Initiator war der damalige Bürgermeister von Kluftern, Brotzer. Bereits bei der der Gründungsversammlung konnten viele Mitglieder gewonnen werden. Die Narrenzunft wurde gegründet um die Dorffasnet, die bis dato von den Vereinsvorständen organisiert wurde, in die Hand eines eigenen Vereines zu legen.
Die erste Maskengruppe ist der Göhrelöchner, der in seiner Urform schon Mitte der 60er als Einzelmaske existierte. 1975 kam die zweite Maske, der Widerwurz hinzu. 1997 gesellte sich der Schloßbur und 2011 die Kluftinger Rebleut (Häs ohne Maske) zu den beiden und bilden nun die Narrenzunft Kluftern.

Dorffasnet und Brauchtumspflege

Dorffasnet und Brauchtumspflege Die Fasnet in Kluftern hat lange Tradition, am Schmotzigen Dunschtig zog ein Bunter Umzug durch Efrizweiler und Kluftern zum zentralen Platz, wo die heutige Apotheke steht. Dort wurde der Narrenbaum gestellt. Die damalige Fasnet in Kluftern war recht karnevalistisch angehaucht, es gab ein Prinzenpaar und eine Prinzengarde. Der Umzug selbst hatte meist mehr als einen Startpunkt um sich dann unterwegs zu einem großen Dorfumzug zu vereinen.
Im Anschluss an das Narrenbaumstellen traf man sich im Schober, in der Traube und Gehrenbergblick und feierte die Fasnet.

Heute wurde die Fasnet weiter ausgebaut, sie beginnt immer am Freitag nach Hl. 3 König mit der Fasnetserweckung. Der Zunftabend ist ebenso zu einem festen Bestandteil wie der Schmotzige geworden. Der Schmotzige beginnt morgens mit der Schülerbefreiung und dem Rathaussturm. Mittags ist der Dorfumzug mit Narrenbaumstellen und Hock in der Halle. Am gleichen Abend gibt es einen Hemdglonkerumzug und Hemdglonkerball in der Halle. Seit einigen Jahren hat die Narrenzunft auch den Kinderball übernommen.
Das Fasnetsende wird mit einem Kehrausball angegangen. Die Fasnet wird dazu symbolisch in einem Sarg verbrannt, zuvor wird der Narrenbaum gefällt und versteigert.

Die Funkenmannschaft Efrizweiler-Kluftern baut unter dem "Dach" der Narrenzunft den Funken in Efrizweiler auf. Die Narrenzunft unterstützt hierbei immer mit dem leiblichen Wohl und Arbeitskraft.

Der Förderverein der Narrenzunft veranstaltet bereits seit 1993 in Kluftern das Maifest. Der Maibaum mit den Handwerkstafeln der örtlichen Betriebe wird gestellt und anschließend mit Unterhaltung des Musikvereins und den Stehgreifler das Maifest gefeiert.

Göhrelöchner

Göhrelöchner

Diese Figur basiert auf einer Legende, in der ein bestechlicher Landvermesser gegen eine kleine "Spende" den Bauern ein größeres Stück Land absteckte. Zur Strafe muss er mit seinen Ketten (ein Merkmal der damaligen Landvermesser) ausgestattet durch die Ländereien rund um Kluftern ziehen und all seine Betrügereien rückgängig machen.
Der Göhrelöchner entführt hin und wieder Leute aus den Zuschauerreihen und ist mit seinem freundlichem Gesicht und meist auch Bonbons besonders bei Kindern beliebt.

Häs: Erdbeerrotes Wams, grüne Kniebundhose, weiße Kniebundstrümpfe, schwarze Plastikkette, schwarze Handschuhe, schwarze knöchelhohe Schnürschuhe, Bauchkette und naturfarbener oder weißer Rollkragenpullover

Widerwurz

Widerwurz

Diese Figur ist frei erfunden. Sie soll den Göhrelöchner mit der Zange "ermutigen" die Grenzsteine zu versetzen und treibt allerhand Schabernack mit ihm.
Als Zuschauer ist man bestens beraten seinen Hut gut im Auge zu behalten, da schon mancher Hut kurzzeitig seinen Besitzer gewechselt hat, auch sollte man ihn nicht ärgern da er gerne mit seiner Zange die Zuschauer in die Wade zwickt.

Häs: Brauner Leinenkittel, grüne Kniebundhose mit rotem Flammenabschluss, braun/rohweiß geringelte Kniestrümpfe, grün/roter Umhang, Handschuhe, Holzzange, besohlte Strohschuhe, braune bzw. braun/rohweiß geringelte Handschuhe, Gürtelseil und naturfarbener oder roter Rollkragenpullover

Schloßbur

Schloßbur

Der Schloßbur beruht auf der Figur Efridus de Wilär, der dem "Teilort" Efrizweiler seinen Namen gab. Dieser Efridus de Wilär war ein adeliger Landvogt, der aber sehr arm war und deshalb als Bauer seine Felder bestellen musste. Der Adelsstand war an der farbigen Kleidung mit einer goldenen Kette, seine Armut an seinem Dreschflegel zu erkennen.
Der Schloßbur ist eher ein friedlicher Geselle und macht mehr Krach auf der Straße, nimmt aber hin und wieder auch jemand ein Stück seines Weges mit.

Häs: Graue Jacke mit Wappen auf der Brust, rot/schwarzer Umhang, rot/schwarze Hose, wird in Ledergarmaschen gesteckt, braune Schuhe, schwarze Handschuhe, goldene Bauchkette, Dreschflegel und schwarzer Rollkragenpullover

Kluftinger Rebleut

Der Weinbau in Kluftern hat eine lange Tradition. Die damalige Landwirtschaft bestimmte überwiegend das Bild des Ortes Kluftern. Noch heute zeugen die Straßennamen wie "Rebhalde", "Torkelacker" und "Hopfenweg" von dieser Zeit.
In den dreißiger Jahren wurden aber nur noch auf 0,2 Hektar Rebland Wein in Kluftern angebaut. Der Intensiv-Obstanbau bestimmt heute die Landwirtschaft.
Diese Historie des Weinbaus war für die Gemeinde Kluftern Anlass das bis heute gültige Wappen am 21. Juli 1913 anzunehmen. Das Wappen erinnert daran, dass Kluftern im 18. Und 19 Jahrhundert eine bedeutende Weinbaugemeinde war. Der Kelch diente zur Unterscheidung gegenüber anderen Gemeindewappen der näheren Umgebung, die ebenfalls Weintrauben zeigen. Im Jahr 1937 beantragte die Gemeinde ein neues Wappen, da es zum Weinbau keinen Bezug mehr gab. Zu einer Änderung oder Neuverleihung kam es jedoch bis heute noch nicht.
Aus diesem Grund haben wir eine weitere Gruppe in der Narrenzunft Kluftern gegrünet, die eine Winzerin und einen Winzer im 18. bzw. 19. Jahrhundert darstellt. Damit die Geschichte und die Bedeutung des Weines in Kluftern in Erinnerung behalten wird und die Kluftinger wieder wissen, warum Kluftern Weinreben in seinem Wappen hat und der Bezug zum Weinbau wieder hergestellt wird. Wir wollen damit auch helfen, dass dieser Teil der Geschichte und auch des Brauches in Kluftern nicht in Vergessenheit gerät.

Die Häser des Winzer und der Winzerin sind an die Sonntagskleidung des 19. Jahrhundert orientiert und sind entsprechend in den Farben der Narrenzunft gehalten.