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Narrenges. Hennenschlitter Immenstaad e.V. Immenstaad

Ansprechpartner:
Wolfgang Haas
St. Jodokusweg 17
88090 Immenstaad

Narrenruf: Narri - Narro
weitere Infos: www.hennenschlitter.de

Chronik der Narrengesellschaft Hennenschlitter e.V

Chronik der Narrengesellschaft Hennenschlitter e.V Die Narrengesellschaft „Hennenschlitter“ Immenstaad kann auf über 160 Jahren urkundlich nachweisbare örtliche Fasnet zurückblicken.
Auch wenn schon in früheren Jahrhunderten durch die Abgabe des „Fasnetshennengeldes“, der Überquerung des zugefrorenen Bodensees zur „Fasnetszeit“, die Erwähnung von Tanzbelustigungen in der Fasnetszeit in Protokollen der Gemeinde in irgendeiner Weise schon „Fasnacht“ in Immenstaad gefeiert und erlebt wurde, ist mit einem Amtsprotokoll bzw. einem Polizeibericht aus dem Jahre 1849 der Nachweis geführt, dass schon Mitte des 19. Jahrhunderts das närrische Spiel in Immenstaad gefeiert wurde.
Mit einem „politischen Fasnachtsspiel“ am Fasnachts-Dienstag 1849 wurde die Revolution von 1848 nachgespielt und die Obrigkeit und die deutschen Fürsten durch „den Kakao“ gezogen. Die nachträglichen Polizeiuntersuchungen führten dazu, dass die „ledigen Burschen“ ins Ausland fliehen mussten bzw. in Untersuchungshaft kamen.
Den Namen unserer Narrengesellschaft wurde abgeleitet von einer uralten dörflichen Regelung. Jeder Haushalt musste den Grundherren Abgaben in Form von Naturalien leisten. Da diese meist zur Fasnetszeit fällig waren, nannte man die Hühner dann eben „Fasnetshennen“. Und zusammen mit einem Gemälde von der Seegfrörne 1695 hat der Volksmund schon in früheren Zeiten dies zum Anlasss der Geschichte der „Hennenschlitter“ und der Schlittenfahrt nach Münsterlingen zur Fasnetszeit genommen. Da soll eben bei einer Fahrt über den zugefrorenen See mit dem Zehnten in Form von Speck, Eier, Schnaps usw. und auch Hennen die „Herren“ nach der Rückfahrt der Immenstaader entdeckt haben, dass wegen der großen Kälte „alle Hennen verreckt“ sind - was in Wirklichkeit wahrscheinlich nie geschehen ist. Aber die Immenstaader und später die Narrengesellschaft haben sich daher in anekdotisch-närrischer Hinsicht den Namen „Hennenschlitter“ gegeben.
Schon im vorletzten Jahrhundert in den 70/80er Jahren (ca. 1870) wurde in Immenstaad ein Narrenverein gegründet, der wahrscheinlich schon Fasnetsveranstaltungen in dieser Zeit durchführte. Nach unserer Chronik wurde dann aber am 25. März 1905 in Immenstaad wieder eine „Narrengesellschaft“ wiedergegründet, die bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1935 bestand. In dieser wunderschönen Chronik wurde ausführlich festgehalten, dass große närrische Fasnachtsspiele in diesen Jahren in Immenstaad durchgeführt wurden. Drei noch erhaltene Plakate aus den Jahren 1903, 1905 und 1933 zeigen von einem großen närrischem Engagement vieler Immenstaader Bürger zur Fasnetzeit.
Im Jahre 1950 wurde die Narrengesellschaft Immenstaad wieder neu gegründet und und ihre Mitglieder erlebten in den letzten über 60 Jahren zahlreiche närrischen Höhepunkte. Trotz alemannischer Fasnet haben wir mindestens seit 1904 einen „Prinzen (Karneval)“ und/oder ein „Prinzenpaar“, welches jedes Jahr neu erkoren wird, mit einer Prinzengarde. Daher ist bei uns der „Schmotzige Dunnschtig“ ein ganz besonderer Narrentag, da an diesem Tage die „Prinzenhochzeit“ mit Gratulationstour und Narrenumtrunk im „Winzerkär“ stattfindet.

Der Hennenschlitter

Der Hennenschlitter Erst bei der Wiedergründung im Jahre 1950 gaben die Mitglieder ihrer Narrengesellschaft den Namen „Hennenschlitter“, obwohl von der Tradition und der Geschichte her dieser Name schon jahrhundertelang bekannt war.
Nur zwei Mal erscheint uns der „Hennenschlitter“ vor 1950 in optischer Sicht: Einmal ist er auf der alten Narrenfahne von 1924 auf seinem Weg Richtung Bermatingen verewigt und ebenso zu sehen ist er auf einem Foto von 1932 in einer Fasnetsgruppe. Auf diesem Bild ist der „Hennenschlitter“ mit seinem Schlitten und echten Hennen auf seinem Weg von „Immenstaad nach Münsterlingen zur Zehntabgabe im Jahre 1880“ zu sehen. Dies sind bis jetzt die einzigen frühen Nachweise eines „Hennenschlitters“. Der Schlitten wurde damals von Wagnermeister Franz Müller angefertigt. Namentlich erwähnt wird der „Hennenschlitter“ dann im Jahre 1950 beim Fasnetsspiel. Im Jahr 1957 gaben sich die Narren offiziell den Vereinsnamen „Narrengesellschaft Hennenschlitter“. Zum Jubiläumsjahr 1959 komponierte und textete der damalige Musikdirektor des Musikvereins Max Leypoldt den „Hennenschlitter-Marsch“, der davon erzählt, wie „vor zwei Mal hundert Jahr… me den Zehnte in en große Schlitte neipackt hot“.
Jahrzehntelang war und ist auch heute noch der „Hennenschlitter“ bei den Fasnetsspielen der Hennensuppe in Immenstaad, wie bei den auswärtigen Narrenumzügen dabei.

Die Hennengruppe

Die Hennengruppe Erst „spät“ überlegte man bei den Immenstaader Narren, der Tradition entsprechend, neben der Figur des „Hennenschlitters“ eine Hennengruppe zu gründen.
Vor der Fasnet 1952 entwickelte Adlerwirtin Luise Gleichauf die Idee einer Hennengruppe, nachdem man die „Seegockel“ in Friedrichshafen gesehen hatte - „so was sollten wir auch hier in Immenstaad haben!“ Im Fasnetsjahr 1952 waren dann Gockel und Henne bei Umzug und am Fasnetsspiel erstmalig dabei, meistens auf einem großen Hennenschlitten, gezogen von 2 Pferden. Bis zum heutigen Tag waren und sind weiterhin viele Närrinnen und Narren engagiert, welche diese kostbaren und aufwendigen Häser bis heute nähen und jedes Jahr wieder „flicken“.

Die Bohnebrätscher

Die Bohnebrätscher Mitte der 90er Jahre waren Überlegungen im Gange ob sich in der Geschichte von Immenstaad eine Figur finden würde, welche in die bisherigen Gruppen und in die Tradition der Narrengesellschaft Hennenschlitter passen würde. Man erinnerte sich an das „Brätschen der Bohnen“ in früheren Jahren. Immenstaad war in
vergangenen Zeiten ein großes Rebdorf und der Weinbau dominierte. Wenn eine Rebe aus irgendwelchen Gründen nicht ausgetrieben hat, wurden dann die leeren Rebstecken mit Bohnen umstupft.
Im Herbst wurden die Bohnen geerntet, in der Sonne oder auf dem Boden getrocknet und dann ging es ans „Bohnebrätschen“, so nannte man das Herausbrechen der Bohnen aus ihren Schalen. Das „Bohnenbrätschen“ war eine Feierabendbeschäftigung. Alt und Jung, Weiblein und Männlein saßen zusammen und bei guter und fröhlicher Unterhaltung gingen die Abende schnell dahin. Da es in den nördlichen und östlichen Nachbardörfern keinen Weinbau und kaum Bohnen gab, war man auf die Immenstaader „Bohnenbrätscher“ neidisch und belegte sie mit einem Spottruf, der aber mit der Zeit zu einem Kompliment wurde: „Solangs‘ no Bohne und Knöpflen gitt, verrecket d’Immenstaader itt!“ So entsand nun die Figur der „Bohnebrätscher“, die nach einiger Zeit durch einen Maskenentwurf von Adalbert Stiegeler aus Grafenhausen und durch Häsentwürfe von Mitgliedern der Narrengesellschaft entwickelt wurden: Die Figur stellt eine große Bohnenpflanze dar, deren Blätterranke sich vom rechten Bein bis in die Maskenhaube hinaufwindet. Die Farben des ganzen Häses wurden in Erdfarben und dem Blattgrün der Stangenbohnen gehalten. Eine große Tasche in Form eines weißen Bohnenkerns hängt seitlich an einem breiten Ledergürtel. Die erdfarbene Maske zeigt ein verschmitztes Lächeln, an deren rechten Seite eine getrocknete große Bohnenschote integriert ist.
Zum ersten Mal erschienen die „Bohnebrätscher“ im Jubiläumsjahr 1998 „150 Jahre Fasnet in Immenstaad“. Seitdem sind die „Bohnebrätscher“ bei allen Veranstaltungen der Narrengesellschaft, ob bei der Hennensuppe, bei den Umzügen oder beim Fasnetsmarkt, aktiv dabei.

Die Hexengruppe

Die Hexengruppe Die erste Traditionsgruppe der im Jahre 1950 neu erstandenen Narrengesellschaft „Hennenschlitter“ war die Hexengruppe. Zwei Jahre später wurde das unverwechselbare und eindrucksvolle schwarz-rote Hexenhäs geschaffen. Mit der geschnitzten Holzmaske, die seitdem unverändert blieb, trägt die Immenstaader Hex ein schwarzes Häs mit roten Zackenlitzen, eine rote Schürze mit schwarzen Katzen drauf, rote Strümpfe und natürlich Strohschuhe – und der Hexenbesen darf natürlich nicht fehlen. Während in den ersten Jahren nur Männer in der Hexengruppe waren, gab es im Jahre 1967 bei der Hexengruppe eine „Revolution“, als zum ersten Mal drei „unerschrockene Wieber“ diese männliche Bastion stürmten. Seit diesen Jahren wird die Hexengruppe bis heute immer von einem Hexenvater und einer Hexenmutter geführt.
Bei vielen Veranstaltungen der „Hennenschlitter“ ist die Hexengruppe sehr aktiv. So sind die Hexen bei den Narrenumzügen, wie auch bei der Hennensuppe, am Schmotzigen Dunnschtig, mit vielen Attraktionen beim Fasnetsmarkt dabei und als Schlusspunkt der Fasnet zelebrieren sie in der Nacht zum Aschermittwoch die Hexenverbrennung mit kernigen Sprüchen über die vergangene Fasnetszeit. Eine große Attraktion an den Umzügen für die Zuschauer ist der Hexenwagen mit der 3,50 m großen OriginalHexe. Was dann unter deren Rock während des Umzugs mit den „abgeschleppten“ Mädchen passiert, bleibt das Geheimnis der Hexen wie der Mädchen.

Die Knecht & Mägd

Die Knecht & Mägd Im Jahr 1992 wurde die vorhandene Burengruppe mit einer Gruppe von „Knecht und Mägd“ ergänzt. Nach vielen intensiven Forschungen und Überlegungen entschieden sich die „Macher"  für folgendes Häs für die neue Gruppe: Das Häs ist „blauorientiert“, denn zum einen ist diese Farbe schon immer die Farbe der Arbeitskleidung gewesen und zum anderen passen die gewählten Farben zu den Häsfarben der anderen Gruppen. Der Knecht trägt das Blauhemd mit der dazugehörigen Zipfelmütze. Die Mägde tragen einen schwarzen Rock, ein rotes Mieder, einen weiße Bluse und eine blau-weiß gestreifte Arbeitsschürze. Auf der Schürze und auf dem blauen, warmen Dreieckstuch ist jeweils eine weiße Henne, um die Mägde schon von weitem als Mitglieder der „Hennenschitter zu erkennen. Dazu trägt die Magd noch ein Kopftuch. Anläßlich des Zunftmeisterempfangs und des Narrenumzugs zur 900-Jahr-Feier von Immenstaad präsentierte sich die neue Gruppe „Knecht und Mägd“ zum ersten Mal mit großem Erfolg der Öffentlichkeit und hat seitdem erheblich an Mitgliedern zugenommen. Besonders erfreuen die „Knecht und Mägd“ die Zuschauer bei den Narrenumzügen mit vielen bäuerlichen Köstlichkeiten aus ihren Körben: Speck, Schwarzwurst, Bauernbrot, gekochte Eier, Eierlikör, Schnaps, „Hennenfürzlen“ und weiteren süßen Köstlichkeiten.

Die Buren

Die Buren Wenn man die Fasnetschronik der Hennenschlitter durchblättert, findet man immer wieder schon in früheren Zeiten bei vielen Fasnetsveranstaltungen und Umzügen Auftritte von Burengruppen bzw. einzelnen Buren. Die Landwirtschaft spielte jahrhundertelang einen wichtigen Lebensbereich in unserer Gemeinde und so wurden die Personen daraus immer wieder in der Fasnet dargestellt.
Nach der Gründung der Narrengesellschaft „Hennenschlitter“ sind dann ab dem Jahre 1952 wieder die Bure zu sehen, die zusammen mit dem Hennenschlitter, dem Gickeler, der Henne und den Bibbele als „Hennenschlittergruppe“ auftreten. Der Bur hat einen dunkelblauen Mantel, ein rotes Leible, dunkle Kniebundhosen, weiße Kniestrümpfe und einen Dreispitzhut. Die Burenwiber haben eine entsprechende Tracht mit Rock, Leibchen und Schultertuch sowie verzierte Hauben und tragen einen Korb.

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