Inhalt von ANR-Organisation:
Präsidium
Mitglieder
Jugend
Brauchtumsausschuß
Medienausschuß
Ordenskapitel
Narrenbüttel	
Inhalt von Wissenswertes:
Narrenbuch
GEMA
Links	
Inhalt von Presse-Echo:
Zeitungsartikel
Pressemappe
aktuelle Anzeige: ALLGEMEINES -> MITGLIEDER -> VEREINSDETAILS

Narrenzunft Chadaloh e.V. Haidgau

Ansprechpartner:
Daniel Wassner
Mennisweilerstr. 2/2
88410 Bad Wurzach

Narrenruf: Wieso- - Awaa
weitere Infos: www.nz-chadaloh.de

Geschichte der Ortschaft Haidgau

Zwischen Bad Waldsee und Bad Wurzach liegt an der Südseite eines langgestreckten Moränentals das Dorf Haidgau. Seine Fluren grenzen direkt an das nahegelegene bekannte Wurzacher Moorgebiet.

Urkundlich bezeugt ist, dass im Jahre 797 n. Chr. das Kloster St. Gallen in „Haidcaue“ Besitz erhielt. Der begüterte Alemanne Pebo schenkte damals all seine Besitztümer an dieses besagte Kloster. In den folgenden Jahren 805 und 817 n.Chr. gab es weitere Schenkungen durch den alemannischen Graf Chadaloh und seinem Bruder Wago. Auch die Alemannen Hugibold und Uuolfsleip werden hierbei namentlich erwähnt. Haidgau zählt somit zu den ältesten alemannischen Ansiedlungen Oberschwabens. Zu unbekannter Zeit verlor St. Gallen diese Besitzungen.

Im 13. und 14. Jahrhundert hatten die Klöster Baindt, Schussenried, Rot a. d. Rot und Stift Bad Waldsee Besitz am Ort. 1806 gehörte Haidgau zur Herrschaft Wolfegg und bildete einen eigenen Gerichtsstand. 1824 wurde Haidgau zur selbstständigen Gemeinde.
Im Jahr 1973 wurde Haidgau eingemeindet und ist heute eine der neun Teilgemeinden von Bad Wurzach. Haidgau zählt heute 970 Einwohner.

Fasnet in Haidgau

Fasnet in Haidgau In Haidgau hat man, so heißt es im Ort, so weit es sich zurückdenken lässt, Fasnet gehalten. Die Bräuche lebten aber mehr vom Weitersagen der Fasnet, denn sie gehen auf Zeiten zurück, in denen darüber noch nicht Buch geführt wurde.

Und doch gibt es ein paar Aufzeichnungen amtlicherseits. In einem Erlass der Herrschaft von 1805 heißt es: „... sind bei gleichmäßiger Wegschaffung verboten alle ekelhaften und gräußlichen Vermummungen und Larven...“ .

Wie aus einer Oberamtsbeschreibung 1834 von Waldsee hervorgeht, wurde besonders das Liebhaber- Theater in Haidgau gepflegt. Mündlich wurde hier sogar überliefert, dass man sich durch Pelz- und Fellverkleidungen einmal heftigste Hautsausschläge zugezogen hatte. Ebenfalls wird immer wieder von Fasnetsspielen berichtet, u.a. "Lumpanzi- Vagabundus" im Jahr 1928.

Die Narrenzunft Chadaloh

Die Narrenzunft Chadaloh Als Haidgau durch die Gemeindereform Bad Wurzach zugeschlagen wurde und als eigenes Kulturgut unterzugehen drohte, wurde beim Fasnetsvergraben 1975 die Gründung der Narrenzunft Chadaloh beschlossen. Am 14. Juni 1975 wurde dann die Narrenzunft offiziell gegründet. Der Namensgeber der Zunft ist Chadaloh, der tief in der Geschichte Haidgaus verankert ist.
Inzwischen zählt die Zunft 150 aktive Mitglieder.

Haidgau`s Narrenfiguren

Haidgau`s Narrenfiguren

Frei nach den Beschwerden über den Grafen Chadaloh, die schriftlich festgehalten wurden, haben die Haidgauer Narren ihren Leitgedanken gefasst:
 „Numquam crudelitas atque insolentia“ aus dem lateinischen frei übersetzt bedeutet dies –  Niemals grausam und anmaßend!
Die Maskentypen Chadaloh, Hugibold, Pebo und Wago sind Weißnarren. Die roten Leinenblusen in Verbindung mit den handbemalten weißen Leinenhosen bzw. Blusen verweisen auf die Ortsfarben Haidgaus. Die Felle aus denen Larvenhaube und Weste gefertigt sind, sind der Anekdote entlehnt, nachdem die Darsteller sich bei einem Fasnetsspiel durch Fellverkleidungen Hautausschläge zugezogen hatten.

Chadaloh,  alem. „Der Fröhliche“      
Die Holzlarve des Chadaloh schaut grimmig und streckt der Obrigkeit die Zunge heraus. Er trägt ein Kreuzgeschell und in der Hand hält er einen Kuhschwanz, um das Ungeziefer zu vertreiben und für eine reinen Frühling zu sorgen.


Hugibold, alem. „Der Freundliche“
Die Holzlarve des Hugibold hat eine lachende und eine traurige, bösartige Gesichtshälfte. Auch er trägt ein Kreuzgeschell und in der Hand hält er einen Kuhschwanz.


Pebo, alem. „Der Springende“
Der Pebo trägt ein Körbchen mit Süßigkeiten, um die Kinder zu beschenken oder ein Vorlesebuch sowie eine roten oder weißen Schirm. Seine Maske gehört zu der Gruppe der Portrait- Larven, es sind teilweise Originale aus dem Ort. Der Spiegel an der Larvenhaube lässt den Betrachter hineinschauen und weist gleichzeitig auf seine Fehler hin. Beim Pebo ist die Bluse ebenfalls handbemalt und er trägt ebenfalls ein Kreuzgeschell.


Wago, alem. „Der Wachsame“
Die Einzelmaske Wago wird stets von einem Hästräger mit der Größe über 1,90 m gesprungen. Die Holzlarve mit wirrem Fell, geschwungenen Stirnhörnen und gewaltigen Eckzähnen ruft bei den Zuschauern Furcht hervor, wenn er sich Ihnen springend und mit schwingendem Saublotrastab naht. Wago trägt bemalte Hosen und Bluse sowie ein vierfach Gschell.


Wolfsleib, alem. „Der Uuolfsleib“
Der Wolfsleib ist ein Schwarznarr und stellt einen optischen Kontrast zu den Weissnarren dar. Auch hier ist das ganze schwarze Gewand bemalt, doch nimmt er mit seinem Prachtgeschell eine Sonderstellung ein. Die Larve deutet auf einen Wolf hin: einen Wolf in Menschengestalt. Die Narbe an der rechten Schläfe ist ein Zeichen der Auseinandersetzung..

Dorffasnet

Dorffasnet

Auftakt der Fasnet ist der Dreikönigstag mit dem KUHSCHWANZLÜFTEN.
Vom “Behnelädele“ des Rathauses eröffnet der amtierende Zunftmeister/in die neue Fasnetssaison.
Aus den früheren Jahren, bzw. vom Vater, wurde der Brauch des FASNETSLADEN, im Jahr 1989 von Doris Bendel übernommen. Die Fasnetslader ziehen von Haus zu Haus entlang des Umzugsweges, um die Haidgauer zum Narrensprung einzuladen und Luftballons zur Häuserdekoration zu verschenken.

Der NARRENSPRUNG im Ort findet immer am Samstag vor Fasnetssamstag statt. Ein fester Bestandteil der Haidgauer Straßenfasnet sind auch die selbstständigen Gruppen, beispielsweise die Zigeunersippe.

Der GUMPIGE DONNSCHTIG zählt ebenfalls zur Haidgauer Ortsfasnet. Kindergartenbesuch, Schülerbereifung der Schulen in Haidgau und Ziegelbach, Narrenbaum stellen und Rathaussturm mit erster Amtssitzung gehören genauso zum Programm an diesem Tag, wie der Kinderumzug am Nachmittag mit anschließendem Kinderball.

Weiter an Tradition gebunden, ist der alljährlich stattfindende ZUNFTBALL am Fasnetssamstag. Die Haidgauer Narren sind seit der Gründung bestrebt, hausgemachtes Programm zu präsentieren.

Das FASNETSVERGRABEN findet alljährlich im Schützenhaus mit vorgetragener Leichenpredigt statt. Unter Wehklagen wird die Fasnet zum Dorfplatz geleitet und am zum Galgen umfunktionierten Narrenbaum aufgehängt. Beim anschließenden Leichenschmaus wird hinter verschlossener Hand bereits geflüstert: s` goht wieder dr`gega.