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Narrenzunft Ellwangen e.V. Ellwangen

Ansprechpartner:
Günther Angele
Biberacherstr. 6
88430 Ellwangen

Narrenruf: Bawald- Bohle
weitere Infos: www.bawaldbohle.de

Kräuterweible und Bawaldbohle im Bawald

Kräuterweible und Bawaldbohle im Bawald Noch mehr Infos, Bilder, Gästebuch und Newsletter findet ihr auf bawaldbohle.de

G’schicht von de Bawaldbohle

G’schicht von de Bawaldbohle

Wenn dia G’schicht gwea isch, des woiß koiner meh zum saga, uf alle Fäll isch scho lang, lang her. Aber wia des alles a’gfanga hot, des hot scho d’Großmutter vo dr Großmutter deara dia wieder ihre Kender und Enkala verzehlt.

Des war nämle so: Scho domols hots en Ellwanga ond au uf de Oinöda duaß a Haufa jonge, saubere ond stramme Mannsbilder gea, Verheirede ond, wia heit au no, etliche Jonggsella. Wenn se am Sonntig em saubara Häs en d’Kirch komma send, hand dia Mädla ond au d’ältere Weiber schier Schtielauga kriagt.
Große ond schöne Höf hand se fascht alle ghet, da ganza Schtall voller Küah ond dromromm dia beschte Felder ond Äcker.
Soweit war des jo reacht, aber oins isch halt gwea, jo fascht en alle Nochbergmoida hot mers rom verzehlt: Onsmäßig schtolz ond geizig send se gwea, dia hont se was besseres deicht; heit isch jo Gottseidank nomma so.

So wias deane Kerle guat ganga isch, hots zur domoliga Zeit au Bettelarme ghet.
Oimol, s’isch grad Kirrweih gwea, hot a fahrendes Volk ufm Dorfblatz onterhalb vo dr Kirch zur Musik aufgschbielt ond Konschtstückla vorgführt. S’waret lauter fremdländische, schwazhoorige Leit. D’Not hot ma na scho em eigfallena, bloicha Gsicht agsea. Dr Bär hot vor lauter Schwachsei kaum s’Danza vermöga, dia magere Kender hand Handstand ond Rädla gmacht ond send zum Schluß vo deara Vorschtellung zum Sammla mit em Huat romgloffa.
Ma sott’s jo kaum glauba, koi goziger vo deane noble ond kähle Burscha hot en Kreizer nei gheit, bloß lauthals ausglachet ond verschpottet hand se dia arme Leit.
Do isch blötzle dia schwaz alt Zigeinere aufgschtanda ond hot a farbiga, großa Glaskugel g’nomma, schtierig neigugget ond komische Sacha g’murmlet. Ond uf oimol, fuchsteifelswild, mit glänzige Auga ond wirre Hoor, hot se a baar schrille Wörter nausgschria, s’isch iom grad durch Mark ond Boi ganga. Koiner hot des Ausländisch verstanda. Mäusleschtill isch worra. A jeder, wo romgschtanda isch, war verdatteret, des ganz Fescht war doch verdorba.
Glei druff na isch des fahrende Volk verschwonda, koiner woiß reacht en welle Richtong.

Am sealliga Obend ond en dr Nacht isch aber koiner vo deane geizige Burscha hoimkomma. Wia vom Erdboda verschwonda send se gwea. Des hot an schwera Jomer en der ganza Gmoid gea, bsonders bei de jonge Föhla. It amol mit de Landjäger hand se jemols wieder a Schpur vo deane Kerle gfonda.

A baar Holzkneacht hand etliche Johr später obends en dr Wirtschaft verzehlt, daß dußa em Bawald, wo’s a Haufa Wasser- ond Moorlöcher häb, irgendebbes romgau muaß. Oim hot irgendwer sei Säaga verzoga ond em a andera soll ma sogar vo dr Brotzeit rabissa ond usm Moschtkrüagle tronka ha. Dr sell hot no g’sait, er hett a Mannsbild lacha höra. Se hand gmoint, daß des dia jonge Burscha sei könntet, wo seallmol em Kirrweihfescht verschwonda send.

Sein könnt des scho: Dußa em Bawald hot ma nämle scho a baarmol so Mannsbilder gsea, mit ma ganz ronzliga Gsicht ond mittadenna a Nes wia an Tannazapfa. S’Häs sei us ma Haufa greane ond braune Fleckla zammagflickt gwea ond uffm Kopf sei a kleis Tannabäumle gseassa. Wenn se aber gmerkt hend, daß mers sieht oder gar beobachtet, send se schnell en de Boscha verschwonda.

Überall, en dr Wirtschaft, en dr Käserei oder beim Hochschtoba, hot ma romgmogelet, daß uff deam Bawald a Fluach laschtet. Beasabenders Fena hot beim Ratscha en jedem Haus verzehlt, was des komisch ond schauderhaft Schreia vo dera alta Zigeinere vo domols bedeitet hau könnt:
Dia schtolze ond geizige Burscha sollet em Bawald verschwenda. Oimol em Johr, ond zwar en dr Fasnetszeit, sollet dia Kerle vom Bawald raus ens Dorf komma; zom Eassa däbet se nix kriaga ond überall kennt ma über se lacha, grad omghert wia sealligs mol. Am Aschermiggda müasset se aber wieder zruck en da finschtera Wald. So hot se gmoint ond vo de Leit hands dia moischte glaubt.

Aber während dr Fasnetszeit schprenget dia Bawaldbohle mit Hexa ond Hansl durch d’Schtroßa. Noch kommts scho vor, das dia Buschte ein reacht komisch a’gucket, de schöane Mädla s’Köpfle kraulet, de Kender vielleicht a Bißle Angscht machet. Ond se toilet Beera ond Dannazäpfla onter de Leit aus.
Ond dia seallig Fena, dera jo gwieß nix verdwirnet, moint gar, daß onter so ra Mannsbildsmask sich au scho a richtigs schöans Mädle versteckt hau soll. Se moint’s jo bloß, gwieß kansch nix saga.

Gschicht von de Kräuterweible

Gschicht von de Kräuterweible

Wenn ma jetzt moint, dia Bohle häbet außer dr Fasnet, s’Johr über a Ruah gea, der hot se schwer täuscht. Der Fluach vo dera rabagsichtiga, alta Zigeunere, wo sellig’s Mol dia geizige ond schtolze Baurabuaba troffa häb, hot dia Ellwanger Leut no etliche Johr omtrieba.

B’sonders dia jonge, schöne Föhla, se send inzwischa allerdings scho en d’Johr komma, ond em Gsicht ond am Hals, me hot ma jo domols noit zoigt, a bißle ronzlig wora, dia hont ihre versauberte Schätzla it vergessa kenna, au wenn a manche noch ma Ersatz gucket hot.

Aber etliche seiet standhaft blieba, also sogenannte „Singles“, so verzöhlt Beasabenders Fena, ond isch ganz schtolz, daß se en dera „Terminologie“ der heutiga Zeit it ganz hinta da blieba isch.

Jo, grad dia oizecht bliebene Weiber seiet dia Johr noch em Verschwenda von ihre Burscho bsonders fleißig en Bawald zum Beera ond Kräuter brocka ganga. No heut wird a bitzle hinterfotzig g’monklet, domols häb’s die gröschte Beera ond dia feinschte Kräuter gea.... I glaub’s jo it; aber wenn d’Weiber ebbes em Grind hond, ging’s selbscht ohne Beera ond Kräuter. Dia bsondere Gabe Gottes, mit dera s’weibliche Gschlecht bedacht worra isch, nämlich a fascht unstillbare Neugier, hot’s emmer öfter ond emmer tiafer en dean „Bannwald“ nei trieba ond send emmer meh onder dean Zauber ond geheimnisvolla Einfluß vo deane Bohle komma.

D’Fena moint, on neamed wiß besser wia dia, daß dr Zauber vo dera Zigeunere heit no em Bawald wirka däb. Sie däb nia alloi, bloß, mit ihrem Ma, durelaufa. Ihra bösa Nochbere, d’Vef, moint, sie solls doch alloi brobiera, no häb ihra Ma vielleicht au sei Freud. D’Leut kennet doch überlsinnig sei...

Uf alle Fäll, s’isch wia bei deane Mannsbilder gwea, dia „fleißige“ Weiber send nemme hoimkomma; wia vom Erdboda verschwonda. Bloß oina, wir behautet, oina sei zruckkomma, total dera Zigeuner-Magie ausgliefert... nemme ganz reacht em Oberstüble. Noch deam Zauber gfroget, häb se bloß ganz ängstlich ond hintersinnig vor se na g’mutrmlet: „I sag it so, sag aber au it so, no ka koiner saga, i häb so oder so g’sait.“ Aber so a Lättagschwätz bringt au nix.

Spannend wird’s emmer wieder, wenn heut jonge Mädla bei Hochstuba saget, se häbet em Beerakrättale, em Fahrradständer oder uf dr Motorhaub vom Schatz, wenn ma mit deam en kleina Abstecher en Wald gmacht hot, öfters nette Kräuterschtäußla gfonda. Aber woher ... wer woiß?

Doch während dr Fasnet sieht ma zwischa de Bawaldbohle immer wieder so drollige, freundliche Kräuterweibla romsprenga, s’weret emmer meh, mit ihre rotbackige Gsichtla ond em waldfarbena Häs.

Am Aschermiggda isch der Spuk rom, koi Bohle, koi Kräuterweible.
Vielleicht hot dia ratschig Fena scho reacht, wenn se vor dr Fasnet im ganza Flecka vo Haus zu Haus sprengt ond des Gschichtle vo de Bohle ond Weibla auffrischt.
Bloß braucht ma mit dera au koi Mitleid hau, wenn se emmer jomeret: „Es isch afanga nix meh an de Täg“, wias zwölfe glitta hot. Sie isch eaba scho seit acht uf dr Ransch gwea ond ihra Ma wird budelnarret, wenn se noch emmer sait, „i ka au it an jeden Dreck denka“, wenn se s’Mittagessa vergessa hot.